Ulla Scheler erzählt in ihrem Debüt von einer innigen Freundschaft zwei junger Menschen, vom Lieben und Geliebt werden und auch vom Suchen und Finden und der Akzeptanz der eigenen Identität. Dies verpackt sie in eine wunderbar atmosphärische und metaphorische Erzählweise, sodass man wahrlich von einem erfolgreichen Debüt der jungen Autorin sprechen kann. Die Charaktere der Geschichte haben sicherlich Ihre Macken, so ist Hanna eine eher ängstliche und unsichere Person, die jedoch gern mutiger und weniger verkopft wäre (in ihrer Person habe ich mich manchmal wunderbar selbst wiedergefunden, was sie für mich natürlich sympathisch machte) und Ben, ihr bester Freund aus Kindheitstagen stellt hierzu das genaue Gegenteil dar: anfangs wild, ungezähmt und verwegen, verwandelt er sich im Laufe der Geschichte in einen Egoisten der Extraklasse, was ihn für mich leider immer unsympathischer werden ließ.
Der zweite Teil und das Ende der Geschichte flauten für mich leider ab, die Handlungen der Personen waren immer schwerer nachvollziehbar und machten mich beim Lesen manchmal sogar leicht wütend: Hanna, die zum Ende eine eher charakterschwache Entscheidung trifft und Ben, dessen Entscheidungen und Handlungen ich leider als unverzeihbar ansehen würde. Auch die Schauergeschichte, die eher nebensächlich im Laufe der Geschichte an Bedeutung zunimmt, ist nicht ganz so überzeugend wie erhofft, tatsächlich hätte man sie auch einfach weglassen können.
Die Geschichte ist wirklich gut geschrieben, die Handlung hat etwas zum Darin-Verlieren, eben durch die atmosphärische Dichte, die die Autorin durch ihre unverwechselbare Erzählweise schafft, jedoch ist nicht alles stimmig für mich und zum Ende bleiben bei mir Fragen offen, die nicht geklärt oder ungenügend beantwortet werden. Trotzdem ein lesenswertes Jugendbuch!
Maren
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