Sonntag, 9. April 2017

Das Gehirn meiner Großmutter von Tanya Byron

Interessante Erzählung über eine klinische Psychologin in London, die sich in der Ausbildung befindet. Byron muss für einen erfolgreichen Abschluss 6 Praktika in unterschiedlichen Einrichtungen absolvieren. Unter anderem arbeitet sie mit Magersüchtigen, AIDS-Kranken und Demenzkranken. Der Leser wird durch diese Einrichtungen mitgeschleust und erlebt die Menschen mit ihren Macken, Kanten und Traumata.

Was mich an diesem Buch wirklich gestört hat: der Buchtitel leitet in die Irre. Es handelt sich tatsächlich nicht um wahre Fälle aus dem Alltag, sondern um Fallbeispiele, die extra für dieses Buch entwickelt wurden. Byron betont zwar, dass es sich um realistische Fälle handeln könnte, aber ich empfand die Fallbeschreibungen als zu nervenaufreibend und zu überspitzt um tatsächlich in einer solchen Fülle für eine Ausbildung stattgefunden zu haben.
 
Die einzelnen Kapitel sind zwar flüssig zu lesen, oft fehlte es mir bei den Fallbeschreibungen aber an Details der einzelnen Erkrankungen, deren Diagnosen und Therapiemöglichkeiten. Diese wurden teilweise nur kurz gestreift oder fehlten gänzlich.
 
Der Reife- und Lernprozess von Byron wurde im Gegensatz nachvollziehbar und wie ich finde, authentisch beschrieben.
 
Hannah

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