Die beiden Schwestern Bean, 12 Jahre
und ihre ältere Schwester Liz haben sicher keine leichte Kindheit. Mit
einer labilen Mutter, deren Rastlosigkeit und Unbeständigkeit die kleine
Familie immer wieder durch
die ganze USA ziehen lassen, und der Tatsache, dass man nebenbei sowas
wie „erwachsen“ werden soll, ist das auch leicht nachvollziehbar. In
Kalifornien schließlich, verschwindet die Mutter nach einem
Nervenzusammenbruch für längere
Zeit von der Bildfläche, einfach so. Die Schwestern sind auf sich
alleine gestellt, aber das ist weniger schlimm, denn sie haben ja sich
und irgendwie kommt doch immer wieder die Leichtigkeit der eigentlich
verloren gegangen Kindheit durch und lässt
am Ende alles immer gut ausgehen.Eigentlich ein schwerer Tobak, über solch verworrene und schwere Kindheiten und Kind-Eltern-Beziehungen zu lesen, aber hier schafft es die Autorin, in ihre Erzählung trotzdem eine solche Leichtigkeit reinzubringen, dass das Lesen doch eine Freude bleibt. Dabei ist die Geschichte in keinem Fall ungläubig oder realitätsfern. Das merkt man an Stellen, in denen zum Beispiel eine örtliche Fürsorge beinahe eingreift und den Fall untersuchen möchte. Oder als die Mädchen vor eben jener Fürsorge nach Virginia flüchten, und auf ihrem waghalsigen Road-Trip von einem seltsam und lüstern wirkenden Mann in die Enge getrieben werden.
Der Roman greift im Allgemeinen sehr viele ernste und große Themen auf wie zum Beispiel das Rassendenken im Süden Amerikas in den 70er Jahren, oder die Emanzipation der Frau. Dennoch erdrücken einen diese Themen nicht, sondern machen das alles nur spannender, greifbarer. Durch Witz und Frohsinn wird dem Roman dann auch noch jene Leichtigkeit beigefügt, die so gar nicht zu diesen Themen passt, aber dem Roman das gewisse Etwas geben.
Ein wirklich schöner, lebensbejahender und bemerkenswerter Roman der Autorin. Ich freue mich auf mehr von ihr!
Maren
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