Donnerstag, 2. März 2017

Auf dünnem Eis : die Psychologie des Bösen von Lydia Benecke

"Werden sie "böse" geboren, haben schlicht kein Gewissen, oder entscheiden sie sich, "böse" zu sein, und bleiben es dann ein Leben lang?"
Dieses Sachbuch beschäftigt sich mit der Frage, warum Menschen zu Psychopaten werden und wie dünn das Eis ist, auf dem "normale" Menschen gehen, um sich von "bösen" Menschen zu unterscheiden.

Mich hat das Buch gleichzeitig fasziniert und abgestoßen.
Kommen wir erst zu den Dingen, die mir an diesem Buch gefallen haben. Die Autorin schreibt über skrupellose Psychopaten der Kriminalgeschichte und erzählt deren Lebensgang.
Interessant ist, dass Frau Benecke die Menschen dabei nicht in "gut" und "böse" einteilt, sondern sich eher der Frage widmet, wie nahe die Grenze wischen "guten" und "bösen" Handlungen in jedem Menschen liegen.
Die Beispiele beleben das Buch und bauen Spannung auf. Texte und Kapitelanfänge sind immer mal wieder mit passenden Zitaten aus Filmen, Serien und Büchern zum Thema gespickt, was ganz nett ist.

Störend fand ich den primitiven und teilweise regelrecht reißerischen Erzählstil.
Häufige Wiederholungen wichtiger Fakten sind verdrießlich, denn so entsteht das Gefühl dass die Autorin dem Leser/der Leserin kein Langzeitgedächtnis zutraut. Ganze Kapitel beschäftigen sich alleine mit den verschiedenen Lebensstationen der Autorin, da ich aber keine Biographie von Frau Benecke lesen wollte, empfand ich diese Teile als überflüssig und langatmig.

Alles in allem hat sich dieses Buch trotzdem für mich gelohnt! Es war ein faszinierender und gleichzeitig abschreckender Einblick in die Weiten der menschlichen Psyche.

Hannah

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